Sie plane jetzt eine Biografie der Gärtnerin Else Hoffa. Der Römische Garten lässt sie so schnell nicht los. Katharina Hagena: “Flusslinien”.. Erinnerung an Else Hoffa und ihr Werk – den heutigen Römischen Garten Lesung und Gespräch 30. Mai 2026, 11:45 Uhr Zurück zur Übersicht E lse Hoffa (1880-1953) lebte ab den 1910er-Jahren als Gärtnerin der Familie Warburg auf deren Anwesen in Blankenese. Hier gestaltete sie den Garten, der bis heute den Blick über die Elbe prägt.
Else Emily Wilhelmine Hoffa (* 21. März 1885 in Würzburg; † 8. Januar 1964 in London) war eine deutsche Gärtnerin.
Leben und Wirken
Else Hoffa war von der Leidenschaft des Vaters für die Kunst des Gartenbaus geprägt. Nach dem Tod des Vaters begann sie gegen dessen zu Lebzeiten geäußerten Willen 1908 eine Ausbildung als Gärtnerin. Von Oktober 1912 bis März 1913 hospitierte sie an der Königlichen Gärtnerlehranstalt in Dahlem. Hier erlernte sie die handwerklichen Grundlagen des Gartenbaus sowie die später auch von Karl Foerster verfolgten Ideen zur Verwendung winterharter Stauden bei der Gestaltung von Gärten.
1911 übernahm Max Warburg das Kösterberg-Anwesen in Blankenese. Auf dem von seinem verstorbenen Vater Paul Moritz Warburg geerbten Gelände ließ er ein stattliches Landhaus bauen und stellte im April 1913 Else Hoffa als Obergärtnerin ein. Hoffa, die mit Warburgs Ehefrau Alice befreundet war, wurde Chefin über bis zu zwölf Gärtner und fünf Elevinnen. Hoffa war die erste Frau, die in Deutschland als Obergärtnerin arbeitete. Der mit Warburg geschlossene Arbeitsvertrag sah eine Klausel vor, die Hoffa zusätzlich zu ihrem Grundgehalt eine Prämie in Höhe von zehn Prozent zusicherte, solange die Gärtnerin jeglichen Ärger vom Bankier fernhalte.
Else Hoffa bewohnte 25 Jahre lang ein kurz zuvor erbautes Pförtnerhaus in der Kösterbergstraße 42. Seit 1913 widmete sich die Gärtnerin dem Römischen Garten. Hier ließ sie die vorgefundenen alten Schuppen entfernen und erweiterte die Terrasse mittels doppelter, gestaffelter Trockenmauern. Sie strukturierte das Gelände mit einer Thujahecke und stellte die Mittelachse durch die Anlage eines Seerosenbeckens heraus. Im Jahr 1923 kam Fanny du Bois-Reymond, eine Urenkelin der Komponistin Fanny Hensel (Mendelssohn), als Gärtnergehilfin auf den Kösterberg. 1924 waren die Bauarbeiten beendet.
Während der Zeit des Nationalsozialismus galt Hoffa als „halbmosaisch“. Sie wanderte daher 1938 nach England aus. Hier arbeitete sie als Gärtnerin auf dem Herrensitz Shipton Court in Oxfordshire. Später gab ihr Oberstleutnant Acton-Brooke eine Anstellung in Sibton Park, Kent. Hoffa arbeitete darüber hinaus in den Royal Botanic Gardens in London sowie kurzzeitig als Floristin im dort befindlichen Dorchester Hotel. 1946 folgte eine Anstellung als Obergärtnerin im Zentrum von Coventry, wo sie im Auftrag des Unternehmers Alfred Herbert den für dessen verstorbene Frau angelegten „Lady Herbert’s Garden“ leitete. 1956 ging Else Hoffa, die als bescheiden und kreativ galt, in Pension.
1957 kehrte die Gärtnerin einmalig nach Hamburg zurück. Hier besuchte sie Eric M. Warburg auf dem Familienanwesen auf dem Kösterberg und trug sich in das dortige Gästebuch unter dem Titel „Erinnerung an eine schöne Zeit“ ein.
Das Leben Else Hoffas (dort Hedda Herzog) bildet den Hintergrund des Romans Ein Garten über der Elbe von Marion Lagoda.
Literatur
- Karin von Behr: Hoffa, Else. In: Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.): Hamburgische Biografie. Band 4. Wallstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0229-7, S. 157–158.
- Oliver Breitfeld: Deutschlands erste Obergärtnerin: Else Hoffa und Warburgs Römischer Garten über der Elbe. In: Die Gartenkunst 20 (1/2008), S. 213–218.
Einzelnachweise
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Hoffa, Else Emily Wilhelmine Lebensdaten 1885 – 1964 Geburtsort Würzburg Sterbeort London Beruf/Funktion Gärtnerin ; Gärtnerin Normdaten GND: 136214959 | GND-Explorer | OGND | VIAF Namensvarianten Hoffa, Else Emily Wilhelmine. Else Hoffa bewohnte 25 Jahre lang ein kurz zuvor erbautes Pförtnerhaus in der Kösterbergstraße 42. Seit 1913 widmete sich die Gärtnerin dem Römischen Garten. Hier ließ sie die vorgefundenen alten Schuppen entfernen und erweiterte die Terrasse mittels doppelter, gestaffelter Trockenmauern.